Vintíř-Pfad
Horažďovice – Blatná
| Ort | Entfernung (km) | Zeit (Std.) Spaziergang |
Meereshöhe (m) | |
| Horažďovice | 0 | 125,6 | 0:00 | 430 |
| Babín | 3,5 | 129,1 | 0:50 | 430 |
| Svéradice | 2,5 | 131,6 | 0:40 | 450 |
| Slatina | 2 | 133,6 | 0:30 | 490 |
| Chanovice | 4 | 137,6 | 1:00 | 550 |
| Kadov | 5 | 142,6 | 1:15 | 510 |
| Vrbno | 2 | 144,6 | 0:30 | 480 |
| Blatná | 6 | 150,6 | 1:45 | 440 |
| Gesamt | 25 km | 6:30 | ||
In Horažďovice verlässt der Vintíř-Pfad das Otava-Tal. In Richtung Chanovice bekommt die Landschaft einen hügeligen Charakter mit einer Vielzahl von Teichen und Teichchen. Es handelt sich um ein dünn besiedeltes Grenzgebiet mit einer malerischen Landschaft. Die Chanovice-Gegend liegt an der Wasserscheide der Flüsse Otava und Berounka. Durch den Gipfelbereich verläuft die Hauptgrenze zwischen dem Böhmerwald und den Brdy-Bergen. Das gesamte Gebirge ist so geformt, dass es im Südwesten mit sanftem Gefälle in den Böhmerwald übergeht, während es auf der nordöstlichen Seite zu den Brdy-Bergen und der Blatenský-Hügellandschaft abfällt. Naturerhalten und wertvoll sind hier viele landschaftsprägende Elemente. Die Wanderung ist gesäumt von einer Vielzahl sakraler Bauten – Kapellen, Wegkapellen, Bildstöcken, Kreuzen, Skulpturen, Gedenkbäumen, Gedenkstätten, Quellen und anderen interessanten Orten, die den einzigartigen Zauber dieser Landschaft schaffen.
Svéradice
Archäologische Funde datieren die erste slawische Besiedlung in das 10.–12. Jahrhundert. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1264. Der Kern der Besiedlung war eine frühmittelalterliche Feste, auf deren Grundlage viel später durch Umbau ein wirtschaftlicher Fronhof entstand. Auf der hiesigen Feste wurde der bekannte Jesuitenschriftsteller und Missionar Albrecht Chanovský von Dlouhá Ves geboren.
Wallfahrtskapelle des hl. Bartholomäus – oberhalb des Dorfes befindet sich eine Wallfahrtskapelle aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts in die heutige neugotische Gestalt umgebaut wurde.
Im Dorf selbst sind einige Baudenkmäler im Stil des südböhmischen Bauernbarocks erhalten (Gehöfte, Kapellen).
Slatina
Im Dorf hat sich in den ursprünglichen Bauanlagen die jüdische Synagoge erhalten, heute im Privatbesitz. Von der früheren, relativ großen jüdischen Gemeinschaft in Slatina und Umgebung zeugt der lokale jüdische Friedhof, der abseits des Dorfes in der Nähe des Steinbruchs liegt. Später wurde das Synagogengebäude nicht mehr genutzt und wurde zur Schule.
Slatina war stets eine bekannte Steinhauergemeinde, und sowohl der hiesige Granit als auch die geschickten Steinhauer waren begehrt.
Chanovice
Das Wahrzeichen der Gemeinde (560 m ü. M.) ist die Kirche der Kreuzerhöhung mit dem angrenzenden barocken Schloss und dem Gebäudekomplex des ehemaligen Herrschaftshofs. Bedeutende Inhaber der Herrschaft war das Geschlecht der Chanovský von Dlouhá Ves. Im Schloss, das im spätbarocken Stil an der Stelle einer älteren Feste errichtet wurde, befindet sich heute eine Schule.
Durch die Pflege des Gemeindeamtes entstanden zwei kleinere Museen. Die Ausstellung Handwerk hat goldenen Boden widmet sich den traditionellen Handwerken der Region und ist stilgerecht im Schlosskeller untergebracht. Die Ausstellung Wer spielt, ärgert sich nicht sammelt Spielzeug, Spiele, Puppen und einen ganzen Spielraum. Die Museen befinden sich in den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden des Schlosses. Besuche beider Ausstellungen können vorab telefonisch unter 00420 375 514 345 oder 00420 375 514 353 vereinbart werden.
Auf Anregung des Heimatmuseums in Klatovy entstand in Chanovice ein Freilichtmuseum böhmerwäldischer Bauten, das ständig erweitert wird. Jedes Jahr verbringen zahlreiche Enthusiasten hier ihre Ferien und helfen selbstlos und unentgeltlich bei der Erweiterung des Freilichtmuseums sowie bei der Reparatur und Wartung der Bauten. Das Freilichtmuseum ist frei zugänglich.
Die Gemeinde entwickelt sich dynamisch, hauptsächlich dank des großen lokalen Holz- und Bauverbandes.
Kadov
Die Umgebung von Kadov überrascht durch ihre Malerischkeit und Natürlichkeit. Es handelt sich um eine gegliederte, hügelige Landschaft, die eine natürliche Verbindung zum Böhmerwald bildet. Die Gemeinde liegt auf einem langgestreckten Rücken auf 511 m ü. M. an der Kreuzung der Wege aus Blatná und Horažďovice. Die ursprüngliche alte Holzfeste, umgeben von einem Graben, ließ hier Racek von Žihobce errichten. Schon im 14. Jahrhundert besaßen den Sitz die Herren Vintíř und Jaroslav von Kadov. Im Laufe der Jahrhunderte wechselte das Dorf häufig seine Besitzer. Den Besucher der Gemeinde fesselt vor allem der alte Teil mit vielen interessanten historischen Sehenswürdigkeiten. Die Umgebung beeindruckt besonders durch die zahlreichen Granitfelsblöcke, die eine größere Zusammenlegung der Felder und Wiesen verhinderten. Dank dieses „schwierigen" Geländes sind viele Waldstreifen, Hügelchen, Feldgehölze und Wege erhalten geblieben, die der Landschaft ein unverwechselbares Aussehen verleihen. Besondere Aufmerksamkeit genießt der Kadover Wackelstein am Ortsrand. Von einem anderen Stein wird erzählt, dass der hl. Adalbert auf ihm bei seiner Pilgerfahrt ruhte.
Blatná
Die Stadt ist vor allem durch den Rosenanbau bekannt. Schon in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts stand hier eine Wasserfeste, die die Bavorové von Strakonice zur Wasserburg ausbauten. Durch spätere Umbauten entstand ein komfortables Schlossdomizil, das eines der wenigen erhaltenen Wasserschlösser in der Tschechischen Republik ist. Im 15. Jahrhundert war der Besitzer Jaroslav Lev von Rožmitál, der Schwager von König Georg von Podiebrad, der sich von hier 1465 auf eine diplomatische Reise durch Europa begab, beschrieben in dem Roman „Z Čech až na konec světa" (Aus Böhmen bis ans Ende der Welt). Neben dem Schloss gibt es in Blatná noch weitere interessante Sehenswürdigkeiten. Vor allem die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt gehört zu den kostbarsten Werken der Spätgotik.
Hier endet vorläufig die Wanderung auf dem markierten Weg des Vintíř-Pfades. Mit Hilfe einer Touristenkarte oder eines Autoatlasses ist es möglich, bis zum Ziel unserer Reise weiterzugehen – dem Břevnov-Kloster in Prag. Auch in diesem Abschnitt gibt es Dutzende bemerkenswerter Orte, historischer und natürlicher Sehenswürdigkeiten, die Ihre Aufmerksamkeit verdienen.
Příbram
Příbram ist eine bekannte Bergbaustadt, die sich mit einer Fülle historischer Sehenswürdigkeiten rühmen kann. Das älteste schriftliche Zeugnis aus dem Jahr 1216 berichtet über den Verkauf des Gutes Příbram an das Prager Bistum (Bischof Andreas II.) durch den Abt des Klosters in Teplá. Doch Menschen lebten hier schon viel früher. Ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. förderten hier die Kelten Gold und Silber. Schon vor dreitausend Jahren entstand in der Nähe des Flüsschens Litavka der berühmte Litavska-Weg, der beim Warentausch im Gebiet des heutigen Mittelböhmens dieselbe Bedeutung hatte wie der Goldene-Passauer Weg. Das Wahrzeichen der Stadt ist der Marianische Wallfahrtsort Svätá Hora (Heiliger Berg), der nicht nur die bedeutendste und älteste Marianische Wallfahrtsstätte in Böhmen, sondern auch eine wahre Schatzkammer der Kunst ist. Die Steinsäule mit der vergoldeten Statue der Heiligenberger Jungfrau Maria, die in der Mitte des Platzes in der Achse des Prager Tors steht, ließ 1661 Jaroslav Koc von Dobrše errichten. Am Hang über dem Zufahrtsweg befindet sich eine große Kalvariengruppe.
Seit 1990 ist die geistliche Verwaltung des Heiligen Berges wieder Priestern der Kongregation des Allerheiligsten Erlösers – den Redemptoristen – anvertraut.
Prag – Břevnov-Kloster
Zur Gründung des Klosters trug der zweite Prager Bischof der hl. Adalbert (Vojtěch) bei, der 993 eine Gruppe Benediktinermönche aus Rom mitbrachte. Von Anfang an hatte Břevnov die direkte Unterstützung des bayerischen Klosters in Niederaltaich, aus dem nicht nur der Břevnover Abt Menhart, sondern auch der Einsiedler Vintíř stammte, der hier 1045 seine letzte Ruhe fand. Während der Hussitenkriege wurde das Kloster geplündert, doch Vintíř's Reliquien wurden rechtzeitig nach Police überführt. Bei Reparaturen der Kirche in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde in Police unter dem Altar der hl. Maria Magdalena ein Holzkasten mit Knochen und Schädel gefunden. Trotz mangelnder Beweise glaubte man von Anfang an, dass es sich um Vintíř's Reliquien handelt, und die Reliquien kehrten zurück in die Břevnover Kirche. Heute sind sie in einem Zinnkästchen im Altar des hl. Stephan in der Klosterkirche der hl. Margareta aufbewahrt.

Quelle: http://www.dva.cz/vs/d8.html