Lnáře

Schloss Lnáře – Auf der alten Burg residierten die Herren von Lnáře, von denen Oldřich 1313 Johann von Luxemburg nach Italien begleitete. Der Besitz gelangte an die Zmrzlík von Svojšín. Der letzte der Zmrzlík, Václav, hinterließ jedoch auf seinem Besitz große Schulden. Nach den Zmrzlík erhielten die Sternbergs Lnáře, die jedoch die Schulden der Zmrzlík nicht begleichen konnten, und danach gelangte der Besitz an die Kolowrat, die die Teichwirtschaft förderten (vor allem Wolf Novohradský von Kolowrat). Es folgten die Vratislav von Mitrowitz. Aleš Vratislav von Mitrowitz wurde für seine Verdienste um den Staat in den Grafenstand erhoben und da ihm die Lnářer Feste „zu eng" war, entschloss er sich, ein Barockschloss zu errichten. Den Bau begann er offenbar 1666 (die Meinungen gehen auseinander, es werden auch andere Daten ± 5 Jahre angegeben). Den Bau vollendete er jedoch nicht. Es setzte ihn Humprecht Jan Černín von Chudenice fort. Doch auch er vollendete den Bau nicht. Das gelang erst seinem Sohn Tomáš Zacheus im Jahr 1684 (1685). Dieser gründete hier auch ein Barfüßer-Augustinerkloster beim Dreifaltigkeitskirche. Das neue Schloss, das neben der ursprünglichen Feste steht, ist zweigeschossig, frühbarock mit vier Flügeln und einem prismatischen Turm. Von der Straße führt zum Schloss über den gemauerten Graben eine steinerne Brücke mit sechs Heiligenskulpturen. Die Heiligenskulpturen auf der Brücke stammen aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts; der Autor ist unbekannt. Im Schlossgraben befinden sich elf Skulpturen antiker Götter aus der Werkstatt der Platzer. Der Brunnen mit Neptun auf dem Hof stammt vom italienischen Bildhauer Francesco Caratti. Im Vordertrakt des Neuen Schlosses befindet sich ein Repräsentationssaal mit reicher Stuck- und Malereiverzierung aus den Jahren ca. 1680–1684. Im Schiff der Schlosskapelle befinden sich Fresken aus dem Leben des alttestamentarischen Josef, Sohn Jakobs und Rachels, von J. Hofmann aus dem Jahr 1721. Der Presbyterchor der Kapelle ist mit Fresken aus dem Leben des hl. Josef – des Nährvaters des Herrn – von einem unbekannten Maler verziert. Das Schloss liegt an der Hauptstraße E-49 von Pilsen nach České Budějovice – der ehemaligen Demarkationslinie. Es ist daher kein Zufall, dass sich in Lnáře im Mai 1945 drei Befreiungsarmeen trafen: die amerikanische, die Rote und die Armee des Generals Wlassow. Im Schloss waren amerikanische Soldaten untergebracht und hier übernachtete auch General Wlassow. Die umfangreiche Rekonstruktion wurde von der tschechischen Regierung 1985 abgeschlossen. 1993 wurde das Schloss in der Restitution den Nachkommen des letzten Besitzers JUDr. Jindřich A. Vaníček zurückgegeben, und 1999, also 333 Jahre nach seiner Gründung, wurde es erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Die Lnářer Feste – Die ehemalige Lnářer Feste, die heute vom benachbarten Schloss überschattet wird, war im 13. Jahrhundert hölzern, im 14. Jahrhundert steinern-gotisch und wurde 1597 zu einem Renaissance-Schlösschen umgebaut. Über dem Durchfahrtstor befinden sich neben der Jahreszahl 1597 zwei Allianzwappen: des Wolf Novohradský von Kolowrat und seiner Gattin Judith von Sternberg. Im 19. Jahrhundert wurde das Schlösschen zur Brauerei umgebaut. Die Herstellung des Lnářer Biers wurde 1930 eingestellt. Während der Rekonstruktion 1972–1985 wurde der Brauereiteil der Feste abgerissen und in einen Parkplatz umgewandelt. Im Vordertrakt des Neuen Schlosses befindet sich ein Repräsentationssaal mit reicher Stuck- und Malereiverzierung aus den Jahren ca. 1680–1684. Im Schiff der Schlosskapelle befinden sich Fresken aus dem Leben des alttestamentarischen Josef, Sohn Jakobs und Rachels, von J. Hofmann aus dem Jahr 1721. Der Presbyterchor der Kapelle ist mit Fresken aus dem Leben des hl. Josef – des Nährvaters des Herrn – von einem unbekannten Maler verziert.

Englischer Park – Rund um das Schloss erstreckt sich ein englischer Park, der während der Rekonstruktion 1972–1985 hauptsächlich in einen französischen Garten umgestaltet wurde. An seiner Mauer befindet sich ein Pavillon in Form eines Minaretts.

Kloster – Am östlichen Rand der Gemeinde steht das ehemalige Barfüßer-Augustinerkloster. Es wurde in den Jahren 1688–1693 gegründet. Dazu gehört die Klosterkirche der Heiligsten Dreifaltigkeit, erbaut in den Jahren 1706–1723. Der Kirchturm, der mit einer Zwiebelkuppel abgeschlossen wird, wurde um die Mitte des 18. Jahrhunderts errichtet. In der Kirche befindet sich eine wertvolle Ausstattung und sind darin wertvolle Gemälde erhalten, einschließlich des Tafelbildes der Lnářer Madonna aus dem 15. Jahrhundert.


Lage der Gemeinde: Karte
Unterkunft:
Hotel Na panské (Lnáře)
Ein Teil des Schlosses (Feste) dient als Pension mit 22 Betten in 2-3-Bett-Zimmern mit Dusche. Möglichkeit der Durchführung von Hochzeiten, Schulungen, Treffen, Kongressen und Präsentationsveranstaltungen. Für Schlossübernachtungsgäste steht ein Gartenbereich mit Pool, Tennis, Volleyball, Minigolf, Gartengrillplatz, Feuerstelle und Freilichtparkett zur Verfügung. Kontakt: Ing. Anna Zralá, Tel.: 0344 495 124/420 330.
Hotel Lnáře (Lnáře, Tel.: 383 495 290)
Gastronomie:
Restaurant Pod klášterem, Olga Koudelková (Lnáře, Tel.: 383 495 234)
Gasthaus Přístav (Lnáře 116, Tel.: 383 495 424)
Weitere Informationen: www.lnare-obec.cz

Zuletzt aktualisiert: 27. 06. 2026