Velký Bor
Velký Bor – Die erste belegte schriftliche Nachricht stammt aus dem Jahr 1283, als Velký Bor im Besitz von Jetřich Špacman war. Die Gemeinde hatte ihre eigene Feste, die sich auf dem Hügel erstreckte, wo sich heute die Schule befindet. Die Burgmauern zogen sich bis zum Teich, durch den der Velkoborský-Bach fließt. Der Ort rund um die Schule wird bis heute „Na Hradě" (Auf der Burg) genannt. Velký Bor war einst eine Leibeigenengemeinde und hatte der Legende nach zwei Kirchen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Bor verwüstet und so sehr verarmt, dass sowohl die Burg als auch das Pfarrhaus verschwanden. Die Gemeinde wurde damals nach Malý Bor eingepfarrt. Die letzten Überreste der einstigen Burg verschwanden unter der Herrschaft der Fürstin Marie Karolina von Löwenstein, die auf den Grundmauern der ehemaligen Burg ein langes gepflegtes Gebäude errichten ließ, in dem 1765 ein Armenhaus für zwölf arme Frauen und Männer eingerichtet wurde. Beim Armenhaus wurde auch eine Kapelle der hll. Johann und Paul eingerichtet. Das Armenhaus und die Kapelle wurden unter der Herrschaft Josephs II. im Jahr 1788 aufgehoben. Weitere Besitzer waren die Grafen Rummerskirch, von denen Bor mit der gesamten Horažďovicer Herrschaft durch Kauf an das Fürstengeschlecht der Kinský überging. Aus einem Teil des ehemaligen Armenhauses und der Kapelle wurden 1820 eine Schule und Wohnungen für Herrschaftsbedienstete eingerichtet. In den 70er Jahren kaufte die Gemeinde dieses gesamte Gebäude für vier tausend Gulden und ließ es für Schulzwecke umgestalten. Unterhalb der „Burg" auf dem Hügel steht die Kirche des hl. Johannes des Täufers, der auf dem Hauptaltar von J. Schmidt aus dem Jahr 1878 abgebildet ist. Die Kirche ist ursprünglich romanisch und frühgotisch aus dem Ende des 13. und der 1. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Sie hat ein geschlossenes fünfseitiges Presbyterium mit Sakristei, überwölbt mit einem Kreuzrippengewölbe aus dem Jahr 1500, und darin 3 leicht spitzbogige zugemauerte Fenster mit Resten dreiblättriger Maßwerke, ausgefüllt mit moderner Verglasung. Auf dem nördlichen Seitenaltar sehen wir eine gotische Madonnenstatue aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, im Schiff ist ein gotisches Steintaufbecken erneuert worden, zur Vorhalle bei der Sakristei führt ein frühgotisches Portal. Das Kirchenschiff wurde im 18. Jahrhundert barock umgestaltet, die Ausstattung der Kirche stammt aus der Zeit um 1761. Der massive Prismenturm auf der nordwestlichen Seite des Schiffs wurde nach 1836 erhöht. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden der Marmorbodenbelag und die Balkendecke repariert.
Lage der Gemeinde: Karte
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Weitere Informationen: http://www.sumavanet.cz/velkybor/ou/