Denkmäler in Slatina
Denkmal des Präsidenten T. G. Masaryk
Dieses Denkmal hat eine interessante Geschichte. Die erste Enthüllungsfeier fand am 18. Juli 1937 statt und die zweite zehn Jahre später, am 1. Juni 1947. Während des Zweiten Weltkrieges musste das Denkmal nämlich gestürzt und jede Spur davon beseitigt werden. Jene Bürger, die diese beschämende und unerwünschte Handlung im Jahr 1941 ausführen mussten, retteten jedoch die beschriftete Granitplatte, die den unteren Teil des Denkmals bildete, und vergruben sie, ohne sie zu beschädigen. Das war gut getan – bei der Wiederherstellung des Denkmals wurde sie verwendet und ist zumindest eine Erinnerung an das erste Denkmal.
Die erste Enthüllungsfeier des Denkmals für T. G. Masaryk fand am 18. Juli 1937 statt. An der Weggabelung des Chanovice- und Kadov-Weges wurde ein Festbogen aufgestellt, ein zweiter bei der Feuerwehrwaffenkammer. Der Festzug der Teilnehmer, zu dem Sokol-Mitglieder in Trachten, sechs Feuerwehrkorps, eine Bauerntruppe zu Pferde, Legionäre und Gruppen Slatiner Bürger und Jugendlicher in Trachten gehörten, stellte sich auf der Svéradice-Straße auf und marschierte unter Musik zum Denkmal der im Ersten Weltkrieg Gefallenen. Die Hauptansprache hielt der russische Legionär Mjr. Drápela aus Vimperk. Es folgten Gedichte der ortsansässigen Kinder; die Musik von Herrn Vachuška spielte das „Lied von Zborov" und die Hymnen. Danach zog der Festzug zum Denkmal für T. G. Masaryk, das vor dem Gasthaus Průcha aufgestellt worden war. Unter den Klängen der Hymne wurde die Staatsfahne gehisst, erneut sprach Mjr. Drápela und weitere Redner. Daraufhin dankte Lehrer Jaroslav Vaněček allen Anwesenden für ihre Teilnahme und übergab das Denkmal der Pflege der Gemeinde. Es folgte ein feierliches Defilee aller Teilnehmer und die Feier wurde beendet. Als hätten die Slatiner Bürger geahnt, dass der Befreierpräsident nicht mehr lange unter uns weilen würde. Er starb zwei Monate später, am 14. September 1937.
Die zweite Enthüllungsfeier des Masaryk-Denkmals fand am 1. Juni 1947 statt. Für diese Feier wählten die Organisatoren das gleiche Programm wie vor zehn Jahren. Beide Festbögen wurden an den gleichen Stellen aufgestellt, auch der Festzug stellte sich wieder auf der Straße nach Svéradice auf und marschierte zum Denkmal der Gefallenen. Die Festansprache hielt Hauptmann Josef Jiřík aus Klatovy; die Musik von Herrn Krůta spielte das Lied „Ktož jsú Boží bojovníci" (Ihr, die Gottes Krieger seid), und der Festzug begab sich zum Denkmal des Befreierpräsidenten. Dessen unterer Teil (Teil des ursprünglichen Denkmals) war mit der Staatsfahne verhüllt. Das neue Denkmal von hoher, konischer Form aus Naturstein mit einer Büste von TGM war das Werk der einheimischen Steinhauer. Unter den Klängen der Hymne wurde die Fahne gehisst, und Hauptmann Jiřík enthüllte die Denkmalplatte, an der eine Feuerwehrstaffel einen Kranz niederlegte. Es folgten Gedichte der ortsansässigen Schulkinder, und der Sekretär der Feuerwehr Herr Jaroslav Benedykt aus Hs.-Nr. 4 übergab das Denkmal der Gemeinde. Mit dem abschließenden Defilee der Teilnehmer wurde die Feier beendet.
Denkmal der im Ersten Weltkrieg Gefallenen
Das Slatiner Denkmal gehört in seiner künstlerischen Ausführung zu den sehr gelungenen Gefallenendenkmälern. Es wurde von der Steinhauerfa. J. Trčka aus Blatná (ebenso wie das Denkmal in Svéradice) für 8 800 Kronen angefertigt. Die auf dem Denkmal angebrachten Porträts und Gedenktafeln kosteten 1 044 Kronen, das Gitter um das Denkmal 2 600 K, Material und sonstige Ausgaben 1 956 K. Insgesamt 14 400 K. Die steinernen Bordsteine und Säulen fertigte Steinhauer Josef Klepsa an. Initiator des Baus war das Freiwillige Feuerwehrkorps, hauptsächlich sein Vorsitzender Karel Barák aus Hs.-Nr. 25 und der Sekretär des Korps Lehrer Jan Turek. Über die Aufstellung dieses Denkmals gab es im Dorf große Streitigkeiten. Es wurde ein zwölfköpfiges Komitee unter Führung des Bürgermeisters Herrn Šilhavý gebildet, das dann in geheimer Abstimmung den heutigen Standort wählte. Dort gab es früher einen sumpfigen Teich, der zugeschüttet und die gesamte Umgebung gestaltet wurde. Zum Bau des Denkmals trugen am meisten die in Amerika lebenden Slatiner Einheimischen bei, die 7 758 K sandten; die Sammlung unter den Bürgern erbrachte 673 K.
Die Enthüllungsfeier des Denkmals fand am 3. Juli 1921 statt und war wirklich großartig. Es wurden zwei Festbögen aufgestellt, Wagen bekränzt, ein Garten für die nachmittägliche Feier vorbereitet, und an den meisten Gebäuden, die ebenfalls geschmückt waren, hingen tschechoslowakische Fahnen. Sokol-Mitglieder, Legionäre, Feuerwehrmänner und eine große Menge Menschen kamen. Der Festzug stellte sich bei der Schule auf; vorne schritt die Musik, dahinter die tschechoslowakische und die amerikanische Fahne, Ehrenjungfrauen, Sokol-Mitglieder und weitere Gruppen in Trachten. Der Bürgermeister hielt die Festansprache, der Legionär Vachuška zog das Tuch ab, mit dem das Denkmal verhüllt war, die Nationalhymne wurde gespielt, Gedichte vorgetragen – und ein Platzregen setzte ein. Alles wurde in den Garten geleitet, wo das Programm fortgesetzt werden sollte, doch da der Regen nicht nachließ, wurde es im Gasthaus von Herrn Hlaváč fortgesetzt, wo auch das abschließende Tanzvergnügen stattfand. Abgesehen vom Wetter gelang alles sehr gut und man erinnerte sich lange an diese Feier.
Namen der gefallenen und vermissten Bürger Slatinas im Ersten Weltkrieg:
- Benedykt Jan, Steinhauer, gefallen in Italien 1917,
- Benedykt Jan, Maurer, gefallen in Russland 1916,
- Dušner Alfréd, Handlungsgehilfe, gefallen in Russland 1917,
- Holeček Josef, Bäcker, gefallen in Russland 1914,
- Kelíšek Alois, Landwirt, in Russland vermisst,
- Klepsa Josef, Landwirt, gestorben in Chrudim 1918,
- Klepsa Josef, Steinhauer, gefallen in Italien 1916,
- Klokan Josef, Steinhauer, gestorben im Militärkrankenhaus in Písek,
- Krůta Karel, Landwirt, zu Hause an den Folgen der Verletzung gestorben 1917,
- Peška Jan, Landwirt, gestorben in der Steiermark 1917,
- Sabath Josef, Handlungsgehilfe, gefallen in Russland 1917,
- Šilhavý Karel, Landwirt, in Russland vermisst,
- Švec Josef, Steinhauer, gestorben in Russland 1916,
- Valach Jan, Steinhauer, zu Hause an den Folgen der Verletzung gestorben 1919,
- Vaněček Jan, Landwirt, gefallen in Russland 1914,
- Vaněček Karel, Maurer, gefallen in Russland 1915,
- Vaněček Václav, Landwirt, gefallen in Russland 1915,
- Zoubek Václav, Landwirt, gestorben im Militärkrankenhaus in Písek 1918.
Mit 18 Opfern – Gefallener, Verstorbener und Vermisster – nahm Slatina den ersten Platz im Gerichtsbezirk Horažďovice ein. Aus der Gemeinde wurden insgesamt 61 Männer an die Front einberufen, was 19 % der Dorfbevölkerung (321 Einwohner) entsprach, und jene 18 Opfer stellen 31 % der Toten aus der Zahl der Einberufenen und 5,6 % der Gesamtbevölkerung Slatinas dar. Im gesamten Bezirk Horažďovice gab es 3 306 Soldaten, was 16 % der Gesamtbevölkerung entsprach; Gefallene und Gestorbene 576, d. h. 2,8 % der Bevölkerung. Slatina hatte genau doppelt so viele.