Kapellen, Wegkapellen und Kreuze
Kapelle des hl. Wenzel
Die Kapelle des hl. Wenzel wurde von der Gemeinde Slatina im Jahr 1865 für 300 Gulden erbaut. Im Dachgebälk ist ein kleines Türmchen mit einer Glocke untergebracht, die 1837 von Eduard Ritter Daubek gestiftet wurde. Die Glocke trägt die Inschrift: „Zur Ehre und zum Lob des hl. Wenzel, gestiftet vom Gutsbesitzer, Ritter Dr. Eduard Daubek. Gegossen von Anna, Tochter von Karl Bellmonn in Prag 1837". Ursprünglich hing hier eine Glocke, die die Inschrift „Kunáš" trug, und als sie barst, wurde sie umgegossen. Im Inneren der Kapelle befindet sich eine Statue des gegeißelten Heilands (Ecce homo), die angeblich der Richter Ladman in einer Versteigerung für einen halben Taler kaufte. Sie stammt aus dem aufgehobenen Kloster in Horažďovice. An der Wand befand sich ein Bild des hl. Wenzel, ebenfalls von Ritter Daubek gestiftet und wahrscheinlich von seinem Schützling, dem Maler František Bohuslav Doubek, gemalt. Dort soll sich auch ein Bild der Jungfrau Maria befunden haben, das aus der ursprünglichen Wegkapelle übertragen wurde. Die heutige Kapelle wurde 1865 an der Stelle einer alten, bereits stark verfallenen Kapelle erbaut, die kleiner war und einen quadratischen Grundriss hatte. Dieses Bauwerk ist bereits in der Militärkarte aus dem Jahr 1780 und später in der Karte des stabilen Katasters von 1834 verzeichnet. Ursprünglich soll an dieser Stelle eine Wegkapelle mit einem Bild der Jungfrau Maria gestanden haben.
Kapelle der hl. Barbara
Die Kapelle der hl. Barbara „Na Hradcích" ist eine gemauerte, barocke Nischenkapelle, die auf einer Anhöhe beim Steinbruch links an der Straße nach Chanovice errichtet wurde. Sie stammt wahrscheinlich aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. Früher gab es darunter eine Quelle, und in Dürrezeiten zogen Prozessionen zu ihr. Die Bittenden mussten nach der Tradition das gesamte Wasser aus ihr ausschütten, um den Regen herbeizurufen. Die hl. Barbara ist die Patronin der Bergleute, weshalb die Weihe dieser Kapelle wahrscheinlich mit dem Steinbruchbetrieb in der Umgebung zusammenhängt. Das Tafelbild der hl. Barbara malte der akademische Maler Josef Fencl aus Prag.
Nischenkapelle des hl. Wenzel
Die Nischenkapelle des hl. Wenzel ist in die Ecke der ehemaligen Herrschaftsmauer an dem Weg eingebaut, der nach Čečelovice und Slivice führt. Sie erinnert an die Existenz einer „Schloss"-Kapelle, die Teil des Herrschaftssitzes des Geschlechts der Záborský von Brloha und später auch der Kunáš von Machovic war. Die Höhe der in die Mauer eingebauten Nische lässt die Angabe zu, dass darin früher eine Statue des gegeißelten Christus untergebracht war.
Kreuze
Das Kreuz aus dem Jahr 1837 auf dem Pestfriedhof (es trägt auch die Jahreszahl 1935, als es renoviert wurde) erinnert an den großen Pestausbruch, der in den Jahren 1680–1681 das Königreich Böhmen heimsuchte und auch Slatina nicht verschonte. Noch vor hundert Jahren konnte man auf dem Pestfriedhof, auf dem das Kreuz steht, 22 Gräber zählen. Die meisten Opfer kamen vom Gut der Familie Vyšehrad, wo 111 Menschen starben. Opfer dieser Pest wurde auch der Kadover Pfarrer Ignác Hladík, der bei Slatina starb, wohin er gerade fuhr, um einem Sterbenden die letzte Ölung zu spenden. Das Pestgrab mit dem Kreuz liegt links auf dem Weg nach Kadov und war für die Kinder, die in die Schule nach Kadov gingen, stets ein „unheimlicher" Ort.
Steinerne Kreuze sind an mehreren Stellen im Dorf und außerhalb errichtet. Vor dem Gehöft „U Fialů" auf dem Weg nach Chanovice steht ein Kreuz aus dem Jahr 1883; gegenüber dem Steinbruchdepot steht auf der linken Seite ein kleineres steinernes Kreuz aus dem Jahr 1918, das an das Ende des Ersten Weltkriegs erinnert. Ein schönes steinernes Kreuz ist an der Straße nach Svéradice errichtet. Es steht links vor dem Dorf, ist reliefverziert und trägt die Jahreszahl 1888. Eine bedeutende Stelle nimmt das Kreuz „U Topolu" (Beim Pappelbaum) ein, das an der Wegekreuzung Slatina–Čečelovice und Svéradice–Kadov steht. Im Jahr 1848 ließ es František Prokopius als Dankesausdruck an Gott errichten. Als er einmal beim Kreuz rastete, träumte er, wie er auf einer langen Leiter in den Himmel steigt. Als sehr frommer Mensch sah er so eine angenehme Vision seines Lebens nach dem Tod. Die Pappel, heute ein schöner mächtiger Baum, wurde vom Slatiner Hirten Pech gepflanzt. „U Pána" (Beim Herrn) heißt der Ort in Hraštice in Richtung Čečelovice, wo im Jahr 1680 ein unbekannter Herr begraben wurde. Er ritt durch und starb plötzlich, offenbar von der Pest befallen. Die Bürger begruben ihn am Ort seines Todes und pflanzten dort einen Hagebuttenstaus. Diese Gedenkstätte wurde nicht bebaut.