Geschichte einiger Gebäude

Die Gemeindekornkammer

Auf Initiative des sehr fortschrittlichen Richters Jan Ladman schlossen sich um das Jahr 1825 18 Kätner und Häusler zusammen und errichteten mit gemeinsamen Kräften für 200 Gulden auf dem Gemeindegelände Nr. k. 2063 eine Kornkammer zur gemeinsamen Lagerung des gedroschenen Getreides. Das Gebäude wurde aus Stein errichtet, das Getreide wurde im Erdgeschoss und im Obergeschoss auf Dielenböden gelagert. Im Laufe der Zeit bauten sich diese Landwirte jedoch eigene Lagerräume, und die gemeinsame Kornkammer blieb verlassen. Das verfallene Gebäude kaufte Alois Švehla aus Ounice, der es im Jahr 1900 zu einem Wohnhäuschen Hs.-Nr. 57 umbaute.

Das Herrschafts-Gasthaus

In Slatina gab es schon von alters her ein Gasthaus. Bereits 1578 schenkte Adam Boubínský, Herr auf Třebomyslice, dem Stadtspital in Horažďovice das Schankprivileg-Gasthaus in Slatina. Im Jahr 1654 gehörte es zu Kadov, und sein Inhaber war Václav Krčmář. Er hatte keine Felder, hielt aber eine Kuh. Zu einem unbekannten Zeitpunkt gelangte es zum Gut Bezděkov und wurde mit diesem 1682 an Lnáře verkauft. Im Jahr 1723 verkaufte Gräfin Maria Josefína Küniglová das Slatiner Gasthaus an Václav Ferdinand Kunáš von Machovic für 3 000 Gulden, der es seinem Slatiner Gut anschloss.

Von den Schankwirten aus dieser Zeit kennen wir Jan (1666), Kryštof Vorlíček (1687–1693), Martin Martinides (1693–1696). Ab 1696 war es im Besitz mehrerer Generationen der Familie Šimůnek. Václav Šimůnek (1696–1723), Andres Braun (etwa 1723–1750, als das Gasthaus verfiel), Václav Šimůnek (1772–1793), Antonín Šimůnek (1793–1837), Matěj Šimůnek (1837–1847) und erneut von 1884–1913. Aus der Zeit, als die Šimůnek das Gasthaus hielten, stammt dieser Eintrag:

Eintrag des Václav Šimůnek über das Slatiner Gasthaus: „Am 1. Januar 1701 übernahm Václav Šimůnek das Herrschafts-Gasthaus mit allem Zubehör, nämlich mit Kammer, Stall, Kleinviehstall, Keller oder Hals, Feldern unter 9 Strich in 6 Stücken, Wiesen unter 4 Fuder Heu. Welches Gasthaus gut gebaut war; jährlich zahlte er davon 9 Gulden. Dieses Gasthaus verfiel im Laufe der Jahre oder brannte nieder. Der Sohn des genannten Šimůnek, ebenfalls Václav, übernahm das Gasthaus, deckte es neu, bezahlte auch die Zimmerleute für ihre Arbeit und kaufte es von Andres Braun für 170 Gulden mit allem Recht, Gut, unbestelltem Land und Wiesen, einer Stube, daneben kleines Stübchen, Kanzlei, Keller, Kammer, Pferde- und Kuhstall, und zahlte es im Jahr 1758 bei St. Georg vollständig ab.

Die Pflichten bei diesem Gasthaus sind:

  1. Die ganzjährige Pacht von 15 Gulden in zwei Terminen bei St. Georg und St. Gallen an die Herrschaft zu zahlen,
  2. Das Herrschafts-Bier, wie es aus der Brauerei oder dem Braukeller bezogen wird, nicht zu verfälschen und solches gutes ehrlich zu verkaufen, den Gästen für ihr Geld treu zu bedienen, das rechte Maß zu geben und nicht das kleine, in nichts zu betrügen. Würde irgendetwas Verdächtiges bekannt, so ist der Schankwirt verpflichtet, der gnädigen Herrschaft 3 Schock Strafe zu hinterlegen,
  3. Auch das Schankgeld und die sogenannte Schrotgebühr von 35 Kreuzern für jedes Fass zu geben und von der Eintragung jedes Fasses 3 Kreuzer für ausgeschenktes Bier in barem Geld zu bezahlen,
  4. Sollte er aber in Schulden geraten und das Gasthaus verkauft werden müssen, hat die Herrschaft nach Belieben das Recht, über alles zu verfügen und das Gasthaus mit einem neuen Schankwirt zu besetzen,
  5. Zu jedem Kirchweihfest erhält der Schankwirt von der Herrschaft eine Kiefernfackel, damit das fröhliche Volk und die Gesindschaft wegen eines Mangels an Licht im Gasthaus nicht leidet,

Klausel: Da in manchen vergangenen Jahren beim Gut Slatina kein Bier in der Brauerei gebraut wird, genehmigt die Gnädige Herrschaft dem Schankwirt zur Wahrung auf weitere Zeit, für Bier aus der Robot zu fahren."

Der letzte Inhaber Matěj Šimůnek, geboren am 24. 2. 1843, verschuldete das Gasthaus so stark, dass auf Antrag der Dampf-Brauerei des Brauprivileg-Bürgertums in Strakonice beim Bezirksgericht in Horažďovice am 29. Mai 1913 eine Versteigerung aller Gebäude und Felder sowie der landwirtschaftlichen Vorräte und Geräte durchgeführt wurde, darunter auch im Gastzimmer „3 ältere Tische, 10 ältere Stühle, 4 ältere Bänke, 46 Gläser und 15 Porzellantabletts". Die Schätzung des Gasthauses einschließlich der Grundstücke betrug 16 120 Kronen, der Ausrufpreis war 12 250 Kronen. Das Gasthaus kaufte die Familie Průcha, die es bis in jüngere Jahre unter dem Namen „Gasthaus Bei Průcha" betrieb.

Slatina hatte noch zwei weitere Gasthäuser, über die wenige Nachrichten erhalten geblieben sind. In der Zeit, als die Gemeinde nach einer eigenen Schule strebte, betrieb die Familie Benedykt in der Ansiedlung Hs.-Nr. 6 ein Gastgewerbe. In diesem Gasthaus wurden die Anfänge des Slatiner Schulwesens gelegt, da hier die erste Schulklasse eröffnet wurde (mehr über die Slatiner Schule erfahren Sie in einer eigenen Rubrik). Späterer Eigentümer war die Familie von Václav Kroupa, der im Jahr 1862 in Újezd bei Chanovice geboren wurde. Zu diesem Gasthaus gehörte auch ein ziemlich großes Bauerngehöft.

Das dritte Slatiner Gasthaus war das Gasthaus in Hs.-Nr. 46, bekannt unter seinem letzten Namen „Gasthaus Bei Říha". Ursprünglich war es ein jüdisches Gasthaus; im Jahr 1838 hielt es Juda Hasterlik. Um das Jahr 1900 besaß es der Bürgermeister der Gemeinde Pavel Švec, der zusammen mit dem Lehrer Josef Drnek Initiator der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr in Slatina war. Die Gründungsversammlung fand in diesem Gasthaus am 5. Februar 1905 statt, und Švecs Gasthaus wurde für lange Zeit die sogenannte „Vereinsstube" der Feuerwehr. Zwanzig Jahre lang veranstalteten die Feuerwehrleute hier ihre Bälle, Kränzchen und Theatervorführungen.

Zuletzt aktualisiert: 27. 06. 2026